Der Todesfall – das ist zu tun.

Bei einem Todesfall sind viele Formalitäten zu erledigen. Um entscheiden zu können, welche selbst übernommen und welche an ein Bestattungsinstitut delegiert werden können, werden im Folgenden die notwendigen Schritte aufgeführt.

Wen muss ich anrufen?

Bei einem Sterbefall zu Hause, im Alten- oder Pflegeheim ist zunächst ein Arzt zu benachrichtigen, damit dieser die Todesbescheinigung ausstellen kann. Bei einem Sterbefall im Krankenhaus wird sie durch die Krankenhausverwaltung ausgestellt. Wenn der Arzt nicht bescheinigen kann, dass eine natürliche Todesursache vorliegt, muss die Polizei benachrichtigt werden. Es ist sinnvoll, zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einen Bestatter zu benachrichtigen, damit er den Angehörigen behilflich sein und sie beraten kann. Es ist dagegen nicht erforderlich, dass der Verstorbene sofort ins Bestattungsinstitut überführt wird. Er kann bis zu 36 Stunden zu Hause aufgebahrt werden, damit die Angehörigen von ihm Abschied nehmen können. Bestatter klären Angehörige gern darüber auf, was dabei zu beachten ist. Bevor ein Bestatter benachrichtigt wird, ist zu prüfen, ob der Verstorbene mit einem bestimmten Bestatter bereits einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen hat. Im Beratungsgespräch mit dem jeweiligen Bestatter sollte anschließend geklärt werden, welche Festlegungen getroffen wurden. Selbstverständlich müssen auch die engsten Angehörigen informiert werden.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Welche Dokumente werden im Sterbefall benötigt?

Im Trauerfall werden wichtige Dokumente benötigt, die bereits im Vorfeld zusammengestellt werden sollten, um eine zeitaufwendige Suche vor einer Beerdigung zu vermeiden.

  • Personalausweis oder Reisepass des Verstorbenen: Der Arzt, der den Totenschein ausstellt, benötigt eines dieser Dokumente zur Identifikation des Verstorbenen. Auch wenn nicht alle Standesämter die Vorlage verlangen, sollten Sie darauf vorbereitet sein.
  • Todesbescheinigung vom Arzt: Die Gebühren für diese Leistung müssen von den Angehörigen getragen werden, da die Krankenkassen die Kosten hierfür nicht übernehmen. Sie sollten nach der ärztlichen Gebührenordnung nicht mehr als 80 € betragen.
  • Personenstandsurkunden: Grundsätzlich ist ein Auszug aus dem Familienbuch vorzulegen. Sollte dieser nicht vorhanden sein, genügt die Vorlage der Urkunden, die den Personenstand des Verstorbenen nachweisen: - bei Ledigen: Geburtsurkunde - bei Verheirateten: Heiratsurkunde - bei Geschiedenen: Heiratsurkunde und Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk - bei Verwitweten: Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners - bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ist die entsprechende Urkunde vorzulegen
  • Bestattungsvorsorgevertrag, falls ein solcher vom Verstorbenen im Vorfeld abgeschlossen wurde, um mit einem Bestatter die Gestaltung der Beerdigung anhand der Wünsche des Verstorbenen zu besprechen.
  • Versicherungsunterlagen zu Sterbegeld-, Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen: Einige Gewerkschaften zahlen Sterbegelder nach Vorlage des Mitgliedsbuches. Bei anderen Versicherungen wie beispielsweise der Hausratversicherung muss im Einzelfall geprüft werden, ob der Vertrag gekündigt werden muss oder fortbestehen soll.
  • Rentennummer: Diese befindet sich auf dem Rentenbescheid bzw. auf dem Rentenausweis. Die Rentennummer findet sich auch auf dem Kontoauszug des Girokontos, da die Renten stets unter Angabe der Rentennummer überwiesen werden. Ebenfalls benötigt werden Angaben zu betrieblichen Renten.
  • Grabdokumente, sofern bereits eine Grabstelle vorhanden oder reserviert ist.
  • Testament, Erbvertrag oder Hinterlegungsschein für das Amtsgericht oder den Notar.
  • Letztwillige Verfügung, falls eine Kremation gewünscht wird. Nahestehende Angehörige dürfen für den Verstorbenen die Feuerbestattung bestimmen, wenn dies der Wille des Verstorbenen war. Für manche Bestattungsform, wie beispielsweise die anonyme Beisetzung, kann es je nach den örtlichen Bestimmungen erforderlich sein, dass der Verstorbene eine Verfügung über seinen Wunsch für die besondere Beisetzungsart hinterlassen hat.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Todesfall im Ausland

Es kommt durch die Möglichkeiten des modernen Massentourismus immer häufiger vor, dass Menschen im Urlaub oder einer Auslandsreise versterben. Zur Trauer und dem Schock kommen dann auf die Angehörigen hohe Kosten der Überführung nach Deutschland zu. In einem derartigen Fall empfiehlt es sich, mit der Botschaft oder dem Konsulat der Bundesrepublik Deutschland im Urlaubsland Kontakt aufzunehmen. Die aktuellen Adressen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministerium des Äußeren: www.auswaertiges-amt.de.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Welche Formalitäten sind zu erledigen?

  • Besorgung der Sterbeurkunden beim Standesamt des Sterbeortes, die sogenannte Abmeldung. Es muss nicht überall ein Original vorgelegt werden - bei der Abmeldung von bestimmten Versicherungen, wie beispielsweise bei Autoversicherungen - reicht eine Fotokopie. Bei Sterbegeld-, Lebens- oder Rentenversicherungen muss ein Original vorliegen.
  • Erwerb oder Wiedererwerb der Grabstätte
  • Terminfestlegung bei der Gemeinde und/oder Kirche für die Trauerfeier und Beerdigung
  • Terminfestlegung mit dem Pfarrer/dem Trauerredner
  • Musikalischer Rahmen für die Trauerfeier (Organist, Musiker, CD)
  • Dekoration/Kerzenbeleuchtung für die Trauerfeier in der Kapelle
  • Auslegung einer Kondolenzliste
  • Bestellung von Blumenschmuck, Kränzen, Handsträußen und ggf. Blumen für die letzte Verabschiedung anstelle einer Handvoll Erde, wenn gewünscht
  • Druck von Traueranzeigen und Danksagungen
  • Aufgabe von Traueranzeigen in der Tagespresse
  • Vereinbarung eines Beerdigungskaffees in einer Gaststätte
  • Abrechnung mit den Lebensversicherungen bzw. Sterbekassen

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Worum kümmert sich der Bestatter?

Ein Bestatter

  • berät Sie umfassend und kompetent (auf Wunsch auch zu Hause)
  • betreut Sie im Trauerfall sofort und umfassend
  • organisiert die gesamte Bestattung und Trauerfeier
  • erledigt alle Formalitäten, Behördengänge, Terminabstimmungen und kontrolliert den Ablauf der Bestattung
  • überführt zu jedem Bestattungsort
  • zieht Versicherungsleistungen ein
  • verauslagt bestellte Fremdleistungen
  • meldet, wo nötig, den Sterbefall
  • hilft bei der Festlegung des Grabes
  • hat eine umfangreiche Auswahl an Trauerartikeln zur Verfügung
  • kümmert sich um eine würdige und feierliche Aufbahrung
  • berät bei der Herstellung der Trauerkarten und -anzeigen
  • vermittelt einen Trauerredner und nimmt Kontakt zum Pfarrer auf
  • berät bei der Auswahl der Trauermusik
  • gibt sachkundigen Rat bei der Grabpflege
  • unterstützt bei der individuellen Auswahl eines Grabmals
  • begleitet Sie – im Bedarfsfalle – in Ihrem Trauerprozess
  • erstellt eine überschaubare und transparente Abrechnung
  • steht Ihnen auch später noch mit seiner Erfahrung zur Verfügung

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Wie finde ich den richtigen Bestatter?

Bei der Wahl des richtigen Bestatters bietet das Markenzeichen des BDB eine echte und vor allem objektive Entscheidungshilfe. Bestatter, die das Markenzeichen führen, haben ihre berufliche und ihre persönliche Qualifikation nachgewiesen und sind somit verlässliche Experten im Bereich der Bestattungsvorsorge, aber auch in allen Angelegenheiten des Trauerfalls.

Was kostet eine Bestattung?

Der Bestatter Ihres Vertrauens ist verpflichtet, Ihnen auf Wunsch einen transparenten Kostenvoranschlag zu erstellen. Das Angebot eines Bestatters setzt sich aus drei Kostenblöcken zusammen:

  • eigene Dienstleistungen und Lieferungen
  • Fremdleistungen (Todesanzeigen, Blumen usw.)
  • Friedhofs- und sonstige Gebühren

Bei der Bestattung handelt es sich um eine sehr individuelle und hochkomplexe Dienstleistung, für die eine seriöse und eingehende Beratung nötig ist. Es ist sinnvoll, sich rechtzeitig bei einem Bestattungsinstitut einen Kostenvoranschlag einzuholen, gegebenenfalls auch Vergleichsangebote. Der Anteil der Fremdleistungen kann bei 60 Prozent und höher liegen. Deshalb kann kein seriöses Unternehmen ohne genaue Informationen einen Festpreis vorab nennen. Vergleichsportale im Internet können aufgrund preislich starker regionaler Unterschiede bei den Fremdleistungen und der Bandbreite von Bestattungsdienstleistungen sowie Bestattungsartikel kaum zu einer Preistransparenz beitragen. Lockvogelangebote zu vermeintlichen „Billig- und Pauschalpreisen“ halten nicht, was sie versprechen. Es empfiehlt sich auf der Grundlage detailliert ermittelter Kosten bereits zu Lebzeiten eine Bestattungsvorsorge abzuschließen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Verschiedene Formen der Bestattung

Wer den Tod zu Lebzeiten tabuisiert, konfrontiert seine Angehörigen nach dem Todesfall mit Entscheidungen, die dann oft in aller Schnelle zu treffen sind. Die Frage der Entscheidung für eine Erd- oder eine Feuerbestattung hängt mit den persönlichen Vorstellungen und Überzeugungen zusammen. Der Wunsch einer bestimmten Bestattungsart muss in Form einer letztwilligen Verfügung auch dokumentiert sein. Fehlt eine entsprechende schriftliche Erklärung, entscheiden die Angehörigen über Art und Ort der Bestattung. Während die Unversehrtheit des Körpers im Islam und Judentum nach wie vor zentral ist, sind Erd- und Feuerbestattung im Christentum inzwischen weitgehend gleichbedeutend.

Erdbestattung: Bei einer Erdbestattung wird der Körper in einem Sarg der Erde übergeben. Er wird nach einer eventuellen Trauerfeier auf einem Friedhof in einem Grab beigesetzt. Unterschieden werden die Gräber nach Wahl- und Reihengrabstätten. Die Ruhedauer einer Grabstelle, die Belegungsmöglichkeiten und die Preise richten sich nach den regionalen Bestimmungen (Friedhofssatzungen). Die Friedhofsträger (Gemeinden und Kirchen) legen fest, welche Grabarten sie anbieten.

Feuerbestattung: Die Feuerbestattung ist die Übergabe des menschlichen Leichnams an das Feuer in einem Krematorium. Wenn der Verstorbene selbst zu Lebzeiten keine Festlegung getroffen hat, können die Angehörigen das Krematorium auswählen. Auch für eine Feuerbestattung wird ein Sarg benötigt, nicht nur für Aufbahrung und Überführung, sondern auch für den Verbrennungsvorgang. Eine Trauerfeier kann vor oder nach der Einäscherung stattfinden. Trauerpsychologen empfehlen, die Trauerfeier vor der Einäscherung stattfinden zu lassen, da die Präsenz des Verstorbenen eine andere Wirkung hat als die Präsenz der Asche. Auch für die Asche besteht in Deutschland Bestattungspflicht, d. h. die Angehörigen dürfen sie nicht mit nach Hause nehmen, um sie z. B. im eigenen Garten beizusetzen. Dafür gibt es juristische und ethische Gründe. Der Verstorbene ist kein Privateigentum, über den verfügt werden kann. Darüber hinaus ist ein Beisetzungsort ein öffentlicher Ort, den jeder besuchen kann, unabhängig von der familiären Bindung, die er zum Verstorbenen hatte. Die Feuerbestattung hat heutzutage bundesweit betrachtet den gleichen Stellenwert wie die Erdbestattung. Regional gibt es allerdings große Unterschiede, die wesentlich mit religiösen Überzeugungen und Traditionsverbundenheit zusammenhängen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Die verschiedenen Grabarten

Nach einer überlegten Entscheidung für eine der eigenen Person angemessenen Bestattungsart, ist die Frage zu klären, welche Grabart gewählt werden soll:

Das Reihengrab: Beim Reihengrab kann man zwischen Erd- und Urnengrab wählen, nicht jedoch den Ort, denn die Gräber werden der Reihe nacheinander vergeben. Auch ist nach Ablauf der Ruhefrist eine Verlängerung nicht vorgesehen.

Das Wahlgrab und das Familiengrab: Hier können Sie besondere Wünsche und Vorstellungen in Bezug auf Lage, Größe und Nutzungsdauer einbringen. Eine Verlängerung ist in der Regel auch über Generationen hinweg möglich. Ob es sich bei einem Wahlgrab um ein Einzel- oder Doppelgrab handelt, ist dabei unerheblich. Bei einer Erstbelegung ist auch durch ein Tiefengrab eine Bestattung zweier Verstorbener übereinander möglich.

Die Gemeinschaftsgrabfläche: Auf einer gesondert ausgewiesenen Fläche finden vor allem Urnen ihren Ruheplatz. Für die einheitlich gestaltete und bepflanzte Fläche sind alle anfallenden Kosten bereits im Voraus einmalig beglichen. Auch sogenannte Wiesen- oder Rasengräber gehören zu dieser Gestaltungsform der letzten Ruhe. Grabsteine oder Kreuze gibt es dort normalerweise nicht, dafür werden die Namen und Daten der Verstorbenen oft an einer zentralen Stelle dokumentiert.

Begräbniskirche und Kolumbarium: Einen neuen Weg geht man seit einigen Jahren in sogenannten Begräbniskirchen. Dort können in einer evangelischen oder katholischen Kirche in sehr würdiger Weise die Urnen der Angehörigen in Säulen oder speziellen Wänden beigesetzt werden. Der Kirchenraum und die damit verbundene religiöse Dimension eröffnen einen würdigen Raum des Gedenkens. Auch die Trauerfeier kann bei einer Beisetzung in einer speziellen Begräbniskirche stattfinden. Unter Kolumbarien versteht man Räume, die in Kammern eine Bestattung von Urnen ermöglichen.

Anonymes Grab: Ohne Kennzeichnung auf einer Rasenfläche oder einem Waldstück werden bei einer anonymen Bestattung die Urnen, selten Särge, beigesetzt. Bei der Beisetzung dürfen die Verwandten und Freunde in der Regel nicht anwesend sein. Ein späterer Grabbesuch ist so unmöglich, auch die Erfahrung, einen festen Ort des Gedenkens zu haben, entfällt hierbei.

Gruft: Unter Gruft versteht man eine gemauerte, meist unterirdische Grabkammer. Fast immer sind es alte historische Familiengruften, die es bis heute gibt. Eine Beisetzung erfolgt dabei in einem verschlossenen Zinksarg, der von einem Holzsarg umkleidet ist.

Grabpatenschaft: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, eine historische Grabstätte auf einem alten Friedhof zu nutzen? Für ein solches künstlerisch wertvolles Grab besteht kein Nutzungsrecht mehr. Dieses Grab wird deshalb an einen Paten vergeben. So erwerben Sie die Nutzungsrechte zur Beisetzung von Verstorbenen, verpflichten sich aber dafür auch den Grabplatz zu erhalten und unter Umständen Restaurierungen vorzunehmen.

Aschestreuwiesen: Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, die Asche verstreuen zu lassen. Voraussetzung dafür ist aber, dass dies das Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes zulässt und die Gemeinde auf dem Friedhof ein solches Feld eingerichtet hat.

Beisetzung im Wald: In den letzten Jahren haben Urnenbestattungen in dafür ausgewiesenen Wäldern zugenommen. Die Urnen werden bei den Wurzeln eines Baumes, den man im Vorfeld aussuchen kann, in einem Ruheforst beigesetzt. Es besteht die Möglichkeit, eine kleine Namensplatte am Baum anbringen zu lassen. Dem Wunsch nach Baumbestattungen kommen inzwischen auch einige Friedhöfe nach – und zwar nicht nur Waldfriedhöfe.

Seebestattung: Die so genannte Seebestattung ist von der Bestattungsart her ebenfalls eine Feuerbestattung. Die Urne mit der Asche wird im Meer außerhalb der Dreimeilenzone in bestimmten Seegebieten beigesetzt. Die Angehörigen können die Urne bis zur Beisetzung begleiten. Die Urne ist aus wasserlöslichem Material, so dass sich die Asche nach ihrer Absenkung im Meer verteilt. Die Angehörigen erhalten grundsätzlich eine Seekarte über den Beisetzungsort. Es besteht die Möglichkeit, an Erinnerungsgedenkfahrten oder -feiern teilzunehmen, bei denen die Namen der Verstorbenen auf See verlesen werden. Es gibt mehrere Beisetzungsgebiete in der Ost- und Nordsee, aber auch im Pazifik, Atlantik oder Mittelmeer.

Sonstige Bestattungsarten: Außergewöhnliche Wünsche wie das Verstreuen der Asche auf einer Almwiese oder in den Bergen können nur im Ausland realisiert werden. In Deutschland besteht aus guten bestattungskulturellen Gründen Bestattungspflicht auf einem Friedhof. Die Beisetzung auf einem privaten Gelände ist nur in absoluten Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung zulässig. Die Aufbewahrung im privaten häuslichen Bereich ist nicht zulässig.

Quelle: Bundesverband Deutscher Bestatter e.V.

Religiöse oder weltliche Bestattung

Weltliche Bestattung: Gehört der Verstorbene keiner Religionsgemeinschaft an, kann eine weltliche Trauerfeier stattfinden, die von einem freien Trauerredner oder einem Redner einer Weltanschauungsgemeinschaft geleitet wird. Im Zentrum steht dabei das Gedenken an das Leben des Verstorbenen.

Christliche Bestattung: Menschen, die einer christlichen Religionsgemeinschaft angehören, werden auf Friedhöfen in einer Begräbnisfeier oder einer Andacht beigesetzt. In manchen Regionen Deutschlands ist es üblich, dass in der Kirche oder im Haus des Verstorbenen zuvor Totenwachen abgehalten werden. In einem Leichenzug wird der Tote dann zum Grab getragen. Es gibt heutzutage nur noch geringe Unterschiede zwischen Beisetzungen der katholischen und der evangelischen Kirche. Anders als langläufig angenommen, ist für Christen auch eine Feuerbestattung erlaubt.

Islamische Bestattung: Nach den Regeln des muslimischen Glaubens findet eine Beisetzung bereits am Sterbetag statt. Das ist in Deutschland nur mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. Das Bestattungsgesetz erlaubt eine Bestattung frühestens 48 Stunden nach dem Todesfall. Der Friedhof muss einen separaten Raum für die Totenwaschung haben, die streng getrennt nach Geschlechtern ausgeführt wird. Eine verstorbene Frau wird immer von Frauen, ein verstorbener Mann ausschließlich von Männern gewaschen. Nach der rituellen Waschung wird der Leichnam in Leinentücher gewickelt. So wird er dann mit „Blickrichtung Mekka“ rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend begraben – so sehen es die Regeln des Islam vor. Einige Friedhöfe haben die in Deutschland bestehende Sargpflicht bereits dahingehend gelockert, dass gläubige Moslems auf einem gesonderten Grabfeld nur im Leinentuch und ohne Sarg beigesetzt werden können. Um den Anforderungen deutscher Gesetze für eine Bestattung zu genügen, wird der Leichnam bei einer islamischen Bestattung in Deutschland in einem Sarg bis zum Grabtransportiert.

Jüdische Bestattung: Der Verstorbene wird in weiß gekleidet und in einem schlichten Holzsarg bestattet. Da nach jüdischer Lehre die Seele den Körper des Verstorbenen erst nach der Beerdigung verlässt, sollte die Beisetzung möglichst bald nach dem Tod erfolgen. Bei der Trauerfeier sind weder Musik noch Blumenschmuck erlaubt. Die jüdische Glaubensgemeinschaft hat für die Begräbnisse eigene Friedhöfe.

Hinduistische Bestattung: Nach hinduistischer Lehre ist der Tod lediglich ein Übergang auf dem Weg zur Wiedergeburt. Nach Waschung und Totengebet ist eine Verbrennung vorgeschrieben. Oftmals werden verstorbene Hindus von ihren Angehörigen zur Bestattung nach Indien gebracht, da dort die Urform – eine öffentliche Verbrennung – möglich ist. Eine derartige Bestattung ist in Deutschland rechtlich untersagt.

Buddhistische Bestattung: Mit gemeinsam gesungenen Liedern nehmen die Angehörigen vom verstorbenen Menschen Abschied, der dazu im Haus aufgebahrt wird. Für diese Art der Trauerfeier muss in Deutschland eine Genehmigung eingeholt werden. Der Tote wird anschließend verbrannt und seine Asche beerdigt.

Richtig kondolieren

Angesichts des Todes werden wir Menschen schnell sprachlos und wissen nicht, was wir sagen sollen. Oft wird es dann fast schon unmöglich, in einer Beileidskarte oder einem Brief ehrlich auszudrücken, was wir empfinden. Das Wort Kondolenz oder auch Kondolenzschreiben leitet sich von dem lateinischen Wort „condolere“ ab. Es meint so viel wie: mit einem anderen mitleiden. Das setzt natürlich voraus, dass Sie in wirklicher Weise vom Tod des Bekannten, Freundes oder Verwandten betroffen sind. Lange Briefe sollte man auf sehr gute Bekannte und deren Hinterbliebene beschränken. Halten Sie ein Kondolenzschreiben niemals für eine lästige Pflicht! Dann kann es besser sein, es ganz zu lassen. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten (z.B. www.trauerspruch.de), die Ihnen helfen können, die passenden Worte des Beileids oder ein bewegendes Gedicht zu finden. Wichtig: Heutzutage ist es durchaus üblich, dass man online kondoliert oder virtuelle Kerzen im Internet anzündet, um sein Beileid in bleibender Form auszudrücken.

Sie möchten eine Trauerrede halten? Es gibt wohl kaum eine schwierigere Rede. Sie sollte individuell und persönlich sein. Überlegen Sie sich vorher, was Sie am Verstorbenen würdigen wollen und Wert geschätzt haben. Mit einem Kranz oder einem Handstrauß können Sie ein letztes Mal Ihre Gefühle und Wertschätzung für den Verstorbenen zum Ausdruck bringen. Bitten Sie den Floristen, Blumen zu verwenden, die der oder die Verstorbene geliebt haben. Überlegen Sie sich vorab, welcher Text auf der Schleife stehen soll. Wenn sich der Verstorbene gewünscht hat, dass statt Blumen Geld für ein bestimmtes Projekt gespendet wird, sollte dieser Wunsch respektiert werden. Wird der Verstorbene eingeäschert, findet die Trauerfeier oft einige Wochen vor der Urnenbeisetzung statt. Kränze und Blumengebinde werden für die Friedhofshalle bestellt und danach häufig weggeworfen. Deshalb macht es Sinn, bei der Trauerfeier auf Blumenspenden zu verzichten und diese nach der Beisetzung der Urne auf das entsprechende Grab zu geben.

Was muss sonst noch erledigt werden?

  • War der Verstorbene alleinstehend, müssen Sie sich um dessen Wohnung und Haushalt kümmern. Schalten Sie zunächst alle elektrischen Geräte ab, entfernen Sie die Stecker aus den Steckdosen, drehen Sie die Heizung herunter, stellen Sie Gas und Wasser ab und leeren Sie den Kühlschrank. Suchen Sie eine neue Unterkunft für eventuell hinterlassene Haustiere. Die Wohnung muss aufgelöst werden. Beachten Sie Kündigungsfristen für den Mietvertrag und Renovierungsarbeiten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Nachlass, sortieren Sie Wertgegenstände und Erinnerungsstücke rechtzeitig aus. Sie können einen professionellen Entrümpler engagieren. Hier sollten Sie sich einen Kostenvoranschlag geben lassen und er sollte Ihnen bei einer Vorbesichtigung mitteilen, was er alles mitnehmen möchte. Vereinbaren Sie einen Pauschalbetrag. Hat die Firma eine Haftpflichtversicherung, die mögliche Transportschäden ersetzt? Schauen Sie nach den kommunalen Abholterminen für Sperrmüll.
  • Wollen sie den Haushalt selbst auflösen, finden Sie in karitativen Einrichtungen dankbare Abnehmer für brauchbare Dinge aus dem Hausrat. Fast überall gibt es von Wohlfahrtsverbänden oder Diakonie betriebene Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser. Große und noch gut erhaltene Gegenstände werden häufig kostenfrei abgeholt. Der Rest wird auf Wunsch preiswert entsorgt. Zum Beispiel von der Arbeiterwohlfahrt www.awo.org, dem Deutschen Caritas Verband ww.caritas.de, oder dem Deutschen Roten Kreuz www.drk.de.
  • Für Wertgegenstände können Sie eine Annonce im Kleinanzeigenteil einer Zeitung aufgeben. Sie können diese aber auch über das Internet, in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten verkaufen. Bei Sammlungen wie Münzen, Briefmarken oder Porzellan bietet sich ein für diesen Fall spezialisierter Auktionator an, der dafür allerdings eine Provision verlangt.
  • Melden Sie das Auto ab und kündigen die Kfz-Versicherung.
  • Kündigen Sie die Mitgliedschaft in Vereinen, Einzugsermächtigungen, Daueraufträge, Bankkonten, Fernseh- und Rundfunkgebühren, Telefon, Mobiltelefon, Internet, Versicherungen, Zeitschriften. Bestellen Sie Getränke- und Lebensmittellieferanten ab.
  • Sprechen Sie mit dem Vermieter wegen der Wohnungs- und Hausschlüssel.
  • Machen Sie einen eventuellen Rentenanspruch bei der Bundesversicherungsanstalt Berlin oder bei den Landesversicherungsanstalten geltend. Antragsvordrucke für z.B. eine Witwer- und Witwenrente gibt es zum Download unter www.deutsche-rentenversicherung.de.
  • Beantragen Sie bei der Rentenversicherungsstelle Überbrückungsgeld (dreimonatige Rentenfortzahlung).
  • Melden Sie den Verstorbenen bei seiner Krankenkasse ab. Das ist wichtig wegen der eventuellen Weiterversicherung von Familienangehörigen im Rahmen der Familienhilfe.
  • Informieren Sie den Arbeitgeber des Verstorbenen.
  • Melden Sie den oder die Verstorbene der „Robinson-Liste“ und unterbinden Sie damit unaufgeforderte Werbesendungen: www.robinsonliste.de
  • Kaufen Sie Trauerkleidung, wenn Sie nichts Passendes haben. Schwarz ist nach wie vor ein Symbol der Trauer. Doch auch gedeckte Farben wie Dunkelblau sind angemessen. Die Kleidung sollte dem Anlass entsprechend, elegant und dezent sein.
  • Benachrichtigen Sie Freunde, Bekannte, Kunden und Kollegen.

Den digitalen Nachlass regeln

Ein Mensch stirbt – was wird aus seinen Spuren im Internet? Erhalten Erben Zugriff auf Facebook, Google, Twitter und Co? Was ist, wenn Passwörter den Zugang zu Online-Konten versperren? Heute - im digitalen Zeitalter - hinterlassen viele Menschen nach ihrem Tod jede Menge Spuren im Netz. Und nicht nur das. Bei Facebook und Twitter gehen weiterhin Nachrichten ein. Ebay-Käufer erwarten Antwort, PayPal wartet auf Zahlungen für bestellte Waren. Vertragspartner buchen für Online-Verträge und Abos vom Konto des Verstorbenen ab.

Was können Erben tun?

In den meisten Fällen hat der Verstorbene seinen digitalen Nachlass nicht geregelt. Für die Erben beginnt dann eine Spurensuche: Gibt es Online-Konten und welche? Wie lauten die Passwörter dafür, denn ohne diese kein Zugriff möglich. Wichtig ist auch die Frage: Wo können Kosten entstehen? Denn laufende Verträge gehen im Todesfall in der Regel auf die Erben über. Deshalb gilt es, möglichst schnell alle laufenden Verträge und kostenpflichtige Mitgliedschaften zu kündigen. Hinzu kommt: Manche Hinterlassenschaften im Internet könnten für Hinterbliebene schmerzhaft oder peinlich sein. Damit die Betreiber verschiedener Dienste tätig werden, verlangen Sie oft mindestens eine Sterbeurkunde oder einen Erbschein. Zusätzlicher Aufwand und Kosten können bei internationalen Anbietern entstehen. Etwa für eine beglaubigte Übersetzung der Sterbeurkunde.

Anbieter verhalten sich unterschiedlich

Bisher gibt es noch keine einheitlichen Vorschriften, nach denen zu verfahren ist. Einige Firmen löschen oder deaktivieren nach Prüfung die Daten. Andere gewähren Zugriff auf die E-Mail-Kommunikation. Bei Facebook etwa kann man für die Seite des Verstorbenen den Gedenkstatus wählen, so dass sie erhalten bleibt. Das Bearbeiten der Seiten des Verstorbenen auf Sozialen Netzwerken ist in der Regel nicht mehr möglich.

Das zeigt, wie wichtig es ist, den digitalen Nachlass zu regeln. Am besten hinterlegt man für die Angehörigen die Zugangsdaten zu E-Mail-Konten und andere Internet-Dienste handschriftlich in einem Testament. Man kann darin auch festlegen, dass nur bestimmte Personen Einblick in die Daten erhalten. Mit einer Vorsorgevollmacht kann man zudem bestimmen, auf welche Daten die Erben zugreifen dürfen und was damit geschehen soll. Vor allem auch, welche kostenpflichtigen Abos und Zugänge nach dem Tod gekündigt werden sollen. Google etwa bietet einen Kontoinaktivitätsmanager an. Der Nutzer kann zu Lebzeiten festlegen, wer nach seinem Tod über die Inaktivität des Kontos benachrichtigt und Zugriff auf sein Profil haben soll. Er kann auch bestimmen, dass das Profil dann komplett gelöscht wird. Facebook ermöglicht seinen Nutzern, einen Nachlasskontakt zu bestimmen, der das Profil weiter pflegen darf. Es gibt inzwischen auch viele Firmen, die die "Entrümpelung" des digitalen Nachlasses anbieten. Neben den Kosten sollte man allerdings bedenken, dass diese damit Zugriff auf - zum Teil sehr persönliche - Daten erhalten.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierun